Botschafter
Die Initiative SCHAU HIN! wird auch von prominenten Persönlichkeiten unterstützt. Die Botschafter setzen sich dafür ein, Eltern für das Thema Medienerziehung zu begeistern und sie zu motivieren, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen.

Jörg Pilawa ist den meisten aus Sendungen wie „Das Quiz“, "PISA - Der Ländertest" oder der "NDR Talk Show", bekannt. Als TV-Moderator kennt er sich bestens mit Medien aus. Deshalb unterstützt er auch „SCHAU HIN!“. Als dreifacher Familienvater weiß der Hamburger wovon er spricht, denn Medienerziehung ist auch bei ihm zu Hause ein großes Thema.
Jörg Pilawa unterstützt SCHAU HIN!
Der Botschafter Jörg Pilawa
Jörg Pilawa wurde am 7.September 1965 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin und Geschichte. Ein Jahr arbeitete er in einem Kibbuz in Israel. Nach verschiedenen Stationen beim Rundfunk und dem Fernsehen wechselte Pilawa im September 2010 von der ARD zum ZDF und moderiert hier ab Oktober verschiedene Shows.
Jörg Pilawa ist Vater von zwei Söhnen und einer Tochter.
Medien in der Familie Pilawa
SCHAU HIN! sprach mit dem Fernsehmoderator über den Umgang mit Fernseher, Internet, Games und Handy bei ihm zu Hause.
Herr Pilawa, was sollten Kinder in Bezug auf Medien unbedingt lernen?
Das frage ich mich auch fast jeden Tag. In erster Linie sollten sie lernen, das Fernsehen qualitativ zu nutzen. Dazu gehört es, bewusst den Fernseher an- und auszuschalten.
…und die Eltern?
Fernsehen sollte nicht zur Dauerberieselung im Hintergrund laufen und kein Babysitter-Ersatz sein, auch wenn es vielleicht verlockend erscheint, die Kinder vor den Fernseher zu setzen, um mal ein paar Minuten Ruhe zu haben. Wenn schon fernsehen, dann bewusst und mit Spaß.
Damit Eltern in der Lage sind, Ihren Kinder die Unterschiede zwischen
zwischen Realität und Fiktion zu erklären, müssen sie sich selbst damit auskennen. Nicht jedem ist bewusst, dass z.B. die Nachmittagstalkshows oft nicht echt, sondern inszeniert sind.
Wie klappt Medienerziehung bei Ihnen mit drei Kindern in unterschiedlichem Alter?
Das ist ein stetiger Kampf. Natürlich darf sich unser Ältester Sendungen ansehen, die für die Jüngeren nicht geeignet sind. Das gibt oft Gequängel, aber das muss man auch mal aushalten. Wenn der Jüngste seine Programme schaut, klinken sich die Älteren wiederum aus, das ist ihnen meist zu langweilig. Wichtig ist aber, dass der Jüngste dann auch das Gefühl hat: „Das ist jetzt meins!“
Und wie ist das z.B. bei Computerspielen?
Mein Ältester wollte neulich ein bestimmtes Game kaufen, was ich ihm nicht erlaubt habe. Zwei Wochen lang ist er jeden Tag zu mir gekommen - das war nicht einfach, aber am Ende hat er es eingesehen. Ähnlich war es, als er von Verwandten ein Spiel bekommen hat, für das er noch zu jung war. Auch hier sind wir konsequent geblieben und haben es ihm weggenommen – natürlich mit entsprechender Begründung.
Dürfen Ihre Kinder bei den Großeltern Dinge, die zu Hause tabu sind?
Beim Fernsehen kommt das öfter vor. Bei Oma und Opa dürfen die Kinder mehr gucken als zu Hause. Aber auch die Großeltern achten darauf, was gesehen wird.
Und wenn Fernsehen oder Computerspielen spannender sind als Hausaufgaben…
Da gibt es nur eines: für Klarheit sorgen und vor allem das Fernsehen nicht als Belohnung für gemachte Hausaufgaben einsetzen. Und wenn es gar nicht anders geht, zieh ich dann auch mal den Stecker…
Machen Sie zu Hause auch mal einen Fernsehabend?
Ja klar. Bei der EM z.B. mit privatem Public Viewing und Fußball-Snacks sowie Getränken. Aber auch sonst zelebrieren wir bestimmte Sendungen wie „Wetten dass?“ oder „Frag doch mal die Maus“, so wie man es aus der eigenen Kindheit kennt. Mit Schnittchen machen wir es uns alle auf dem Sofa bequem und los geht’s.
Elf und sieben Jahre alt sind die Kinder der ZDF-Moderatorin Susanne Kronzucker. Als zweifache Mutter weiß sie, welche Themen Eltern bewegen. Als Botschafterin der Initiative wirbt sie für den kindgerechten Umgang mit Medien. Susanne Kronzucker.
Susanne Kronzucker unterstützt SCHAU HIN!
Susanne Kronzucker wurde am 24.Februar 1965 in Köln geboren. Nachdem Susanne Kronzucker den International Baccalaureate in Washington erhielt, studierte sie Politikwissenschaften am Mädchencollege der Columbia University. Zunächst arbeitete sie in den USA. Nach der Rückkehr nach Deutschland moderierte sie unter Anderem den „Prominententalk“ und das Reisemagazin „Ein Tag wie kein anderer“. Bis zu ihrem Wechsel zum ZDF co-moderierte sie ein tägliches Nachrichtenmagazin. Im März 2008 übernahm sie das ZDF Frauenmagazin „ML Mona Lisa“.
Susanne Kronzucker lebt mit ihren Kindern (7 und 11) und ihrem Mann in München.
WAS SOLLTEN KINDER IM UMGANG MIT FERNSEHEN, INTERNET & CO WISSEN?
Nicht nur einfach anmachen und laufen lassen. Selektiv sein, Qualität erkennen und auch das rechtzeitige Ausmachen lernen.
WIE FUNKTIONIERT MEDIENERZIEHUNG BEI IHNEN ZU HAUSE?
Die Kinder sollen erklären, warum ihnen eine Sendung oder ein Computerspiel gefällt, warum ich es erlauben sollte. Umgekehrt erkläre ich zum Beispiel, warum lesen wichtig ist. Die Kinder erkennen,
dass sie damit selbstbestimmter handeln. Positiv mit den Medien umgehen - nicht zur Strafe oder als Belohnung nutzen, sondern als Teil der modernen Unterhaltungs- und Infowelt.
GIBT ES DENN BEI IHNEN KEINE KONFLIKTE?
Natürlich gibt es auch bei uns Situationen, in denen die Kinder und ich unterschiedlicher Meinung sind. Wenn sie z.B. einfach zur Zerstreuung den Fernseher anmachen, ohne eine bestimmte Sendung sehen zu wollen. Ich verbiete es dann aber nicht einfach, sondern mache Vorschläge, was wir stattdessen unternehmen könnten. Kinder schätzen gemeinsame Aktivitäten mehr als Fernsehen oder Computerspielen.
KINDER BRAUCHEN DIE ABGRENZUNG GEGENÜBER IHREN ELTERN. IST DAS HEUTZUTAGE SCHWERER ALS FRÜHER?
Ja, es ist schwerer, weil wir heute als Erwachsene auch noch so wahnsinnig modern und cool sein wollen. Also sollten wir unbedingt überlegen, in welchen Bereichen wir unseren Kindern Platz zur Revolte lassen.
WIE TEILEN SIE DIE ZEIT AM FERNSEHER EIN?
Um Ärger zu vermeiden: Die Fernbedienung des Fernsehers keinesfalls den Kindern geben ...
Sie dann wieder wegzunehmen, ist ungleich schwerer, als sie nach einer Sendung wieder in Aussicht zu stellen.
UND WENN DIE KINDER BEI DEN GROSSELTERN SIND?
Da schauen sie gar nicht fern ... Im Ernst, Oma und Opa bieten Ihnen immer wieder etwas anderes, was Neues. Das Spannende ist, dass von den Großeltern ganz andere Dinge angenommen werden, als von den Eltern. Z.B. haben sie das alte Brettspiel Halma entdeckt und sich dafür begeistert.
VIELE ERWACHSENE KOMMEN BEI DEN VIELEN TECHNIK-FREMDWÖRTERN GAR NICHT HINTERHER. WIE SIEHT DAS BEI IHNEN AUS?
Ich bringe meinen Kindern bei zu fragen, wenn sie etwas nicht verstehen, und ich scheue mich auch nicht, bei Ihnen nachzufragen, wenn ich etwas nicht verstehe.
Susanne Kronzucker moderiert immer sonntags das Frauenmagazin „ML - Mona Lisa“ im ZDF.