Kinder und Computer

 

Kinder und Computer: Wichtige Tipps
Wie können Eltern Kinder im Umgang mit dem Computer begleiten, fördern, schützen?
Antworten vom  führenden Kindermedien-Experten Thomas Feibel.

 

Ab wann?

 

- Hersteller bieten zwar schon Computer für Anderthalbjährige an, aber tatsächlich hängt der erste Kontakt mit dem Computer von der Reife des Kindes ab. Mit fünf oder sechs Jahren dürfen Kinder an den Rechner, sie müssen aber nicht. Sind ältere Geschwister im Haus, starten Kinder ihre „Computerkarriere“ meist schon etwas eher.

 

Was?

 

- Nur wer seine Kinder frühzeitig an hochwertige Software heranlässt, weckt einen Sinn für Qualität: Wie gut sind die Sprecher, wie schön sind die Bilder, wie einfallsreich sind die Abenteuer entwickelt?

 

- Die Benutzerführung sollte durchdacht sein, die Installation einfach. Und ganz wichtig: Es sollte Spaß machen. Hat das Spiel einen Wiederspielwert? Oder ist es nach dem ersten Mal schon langweilig? Tipp: Fast jede Bibliothek hat Kinder-Software zum Ausleihen.

 

Wie lange?

 

- Grundsätzlich sollte gelten: entweder Fernsehen oder Computer. Meine Empfehlungen: 3-4 Jahre: etwa 20 Minuten mit Eltern, 5-6 Jahre: 30 Minuten, Eltern können noch anfangs dabei sein, 7-10 Jahre: bis zu einer Stunde, schon alleine.

 

Brauchen Kinder einen eigenen Computer?

 

- Ein Computer im eigenen Kinderzimmer ist nicht nötig. Es ist kommunikativer, wenn der Computer in einem Raum steht, der von der ganzen Familie genutzt wird. Und Eltern sehen so, womit sich ihre Kinder beschäftigen.

 

Was bringt Lernsoftware?

 

- Lernsoftware ist eine bunte und mitunter wirkungsvolle Bereicherung, aber allein dadurch verbessern sich die Schulnoten in der Regel nicht.

 

Ab wann ins Internet?

 

- Bevor Kinder nicht lesen können, ist die Nutzung des Internets nicht sinnvoll, also frühestens mit sechs, sieben Jahren. Nach meiner Erfahrung beginnt das Ganze erst mit zehn, zwölf Jahren richtig interessant zu werden - oder wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kinder spannende Seiten ansteuern.

 

Wie sinnvoll sind Schutzprogramme?

 

- Die meisten taugen nichts. Viel wichtiger ist es, immer wieder mit seinen Kindern über die Gefahren des Internets zu sprechen.

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Vorlesen fördert beim Kind die Lust auf`s Lesen

 

„Jetzt aber ganz schnell das Licht aus“, mahnt die Mutter. „Nur noch eine Seite!“, antwortet klassischerweise das Kind. Ob Grusel-, Internats- oder Pferdegeschichten, das abendliche Schmökern im Bett ist für viele Schulkinder das Schönste. Doch die Lust dazu entsteht lange, bevor Kinder lesen können.

 

Es beginnt mit dem Zuhören, wenn Kleinkinder den Gesprächen anderer lauschen, wenn sie erzählt oder vorgelesen bekommen. „Wer sich selbst an die Zeit erinnert, da er Geschichten zuhörte, kennt das Gefühl: geborgen oder gefangen zu sein in einer neuen Welt, die wie ein Wunder im Gehörten entsteht“, sagt „Zeit“-Herausgeber Michael Naumann. Dann, lange vor der Einschulung, werden Kinder zum Lesen motiviert. So entwickeln sie die Fähigkeit, später komplexe Texte zu verstehen.

 

Bereits mit einem Jahr haben Babys Spaß daran, mit ihren Eltern Bilderbücher anzuschauen. Und Ältere regt es an, wenn Gelesenes weiterentwickelt wird, z.B. durch Malen, Nachspielen oder in einer „Gruselnacht“.

 

Kinder brauchen lesende Vorbilder

 

„Die Leseforschung der letzten Jahre hat eindeutig ergeben: Wenn Bücher und Zeitungen im Elternhaus eine wichtige Rolle spielen, dann kommen Kinder fast selbstverständlich zum Lesen. Eltern sind einfach das prägende Vorbild“, sagt Bodo Franzmann von der Stiftung Lesen. Manche Kinder fangen sehr früh an, Bücher zu verschlingen, andere erst später.

 

„Eltern sollten keinen Druck ausüben. Aber sie können verführen, indem sie ihren Kindern immer wieder gute Bücher anbieten. Bücher sollten einfach immer zur Hand sein“, rät Franzmann. Ist die ältere Schwester oder der Bruder eine Leseratte, teilen jüngere Geschwister diese Vorlieben übrigens nicht unbedingt. „Sie wollen sich unterscheiden und abgrenzen“, sagt der Leseforscher.

 

„Sie suchen sich häufig eine andere Nische - Comics zum Beispiel.“ Mädchen haben in der Regel einen leichteren Zugang zu fiktionalen Lesestoffen. Jungen bevorzugen Geschichten, die sich mit realen Vorgängen beschäftigen. „Über Sachbücher finden sie oft besser einen Einstieg ins Lesen“, sagt Franzmann. Lesen ist weit mehr als nur Unterhaltung und eine Fähigkeit, die man braucht, um durch den Alltag zu kommen.